Gram, imperialer Gelehrter

  • Imperialer Gelehrter für Mineralogie und Kristallogie, Philosoph, Machtadept, Autor und Ratgeber

    „Du warst es, die mich gebar,

    Du bist es, die mich befällt und quält,

    Du wirst mich verzehren ...“

    1 Kapitel I

    Gram Tazaan, gebürtig „Ga'rama Tj'eszoorn“ stammt von dem Planeten Tazul Karm im Outer Rim. Die Bewohner dieser Welt nannten sich selbst „Taj Kan“ und „Rehi Kan“, nach den zwei Kasten, die es dort gab. Politische Gründe zwangen seine Eltern und Ga'rama, von der Welt fortzureisen.


    Die Bewohner Tazul Karms waren den Miraluka in ihrer Menschenähnlichkeit in vielerlei Hinsicht gleich. Die Bewohner dieses Planeten hatten unterschiedlich hell glänzende Augen. Dies, so sagen sie von sich selbst, kam daher, dass ihre Vorfahren Sterngucker waren, seit sie denken konnten und das Sternenlicht in ihnen glänze. Wirklich bestätigt sind diese Geschichten nicht und jeder Tazul behauptet etwas anderes. Wahrscheinlich ist jedoch, dass dieser merkwürdige, innewohnende Glanz daher rührt, dass die Geister der Tazul so hell brannten, als ihre Rasse noch jung war. Eine Bestätigung dieser Theorie wäre die fortgeschrittene Form der Kommunikation, die Teil der Tazul-Kultur war: Zur Betonung bestimmter Dinge oder Untermalung von Beschreibungen benutzten sie eine einfache Form der Bild-Übertragung, der Telepathie. Ereignisse, Dinge von Wichtigkeit oder anderes wurde durch die Projektion eines Bildes in den Geist des Hörers übertragen. Die Stärke des Bildes hing immer vom Willen des Hörers und seiner Vorstellungskraft ab, so, wie es das auch jetzt noch tut. Ähnlich den Twi'lek betonten die Tazul bestimmte Worte oder anderes durch Bildprojektion, so wie es bei den Twi'lek mit Hilfe derer Lekku geschah. Unabdinglich bei der Anwendung dieser Art Telepathie war, dass der Empfänger die gesprochenen Worte hört, ob bewusst im Wachen oder unbewusst im Schlaf oder in Bewusstlosigkeit.


    Zur Darstellung ihrer selbst und dem Beweis, die Schmerzen ihrer Welt und des Lebens ertragen zu können – vor allem die Schmerzen des zweiteren – fügten sich viele Tazul Wunden zu, die zu Narben werden sollten, die widerum Ziermuster bilden sollten. Gram trägt solche Ziernarben, sie schlängeln sich um die Merkmale seines Gesichtes.


    Die Flucht seiner Familie – oder Reise – endete auf Corellia. Dort lebten sie gut, bevor der Krieg begann und der Sohn der Tj'eszoorn wuchs zu einem gelehrigen jungen Mann auf, der schon früh gefallen an allem fand, was er sah und fühlte. Seine Augen waren weit und sein Geist saugte alle Bilder um ihn her in sich hinein. Alles hatte – so erkannte er in seinem Herzen – seine eigene Schönheit und war auf seine eigene Art perfekt; und er kam nicht umhin, all das schöne in Worten zu rühmen. Seine Eltern konnten sich nicht retten von seinen Beschreibungen und den Bildern, die er ihnen gab. Und als beide schließlich starben – nach einem Leben, das nicht lange genug gewährt hatte und nicht unbedingt erfüllt, aber dennoch halbwegs zufriedenstellend war – schenkte Ga'rama ihnen die schönsten Verse und wunderbarsten Bilder, die er bis zu diesem Zeitpunkt gesehen und ersonnen hatte. Ironischerweise verlängerte er so den Abschied und so die Qualen seiner Eltern um fast einen halben Tag, da beide zwar den Tod herbeisehnten, jedoch nicht scheiden wollten von den Worten und Bildern, die ihre Körper erbeben ließen und ihre Kissen mit Tränen netzten.


    Nach dem Tode seiner Eltern suchte Ga'rama nach Schönheit, die bleiben würde, ohne zu sterben. Der Tod war ihm bisher nicht begegnet und er fürchtete den Verlust von noch mehr, das in seinen Augen ewig wunderbar bleiben sollte. Auf der Suche nach seinem Wege schrieb er sich – das war kurz vor dem Tode seiner Eltern – auf Corellia auf einer gut beleumundeten Universität ein. Sein ruhiges Gemüt führte ihn in die Mineralogie und nach einigen Jahren sollte er mit den höchsten Noten abschließen. Doch bis zu diesem Zeitpunkt des Triumphes sollte sich noch etwas schreckliches und zugleich schönes ereignen, das sein Leben bis zum heutigen Tage prägen und sich nur noch einmal wiederholen sollte …


    2 Kapitel II

    Auf der Universität der Hauptstadt Corellias begegnete er einem wunderbaren Menschenmädchen. Sie hatte fließende braune Haare, war etwas kleiner als er und ihr Duft zog ihn an, wie sich Sonnenblumen der Sonne entgegen recken. Sie ihrerseits wandte sich ihm zu, als sie ihn näher kennenlernte. Sein Hang zur Poesie und sein Sinn für die Schönheit der sowohl einfachen kleinen als auch der großen Dinge waren ihr wie ein Wohlgeruch. Sein Geschick und die Sorgfalt, mit der er an die Materie der Mineralogie ging sprachen für sein geordnetes, eigenständiges und verantwortungsbewusstes Wesen und es dauerte keine drei Monate nach ihrer ersten Begegnung auf einem der Korridore, da waren sie so untrennbar verbunden wie ein Doppelstern.


    Serena Aules Herz war fest an Ga'rama gebunden. Sie fand ihn an jedem Tag, den sie zusammen verbrachten, vielschichtiger als zuvor. Die Träume und Bilder, die er für sie in Worte wob waren zauberhafter als alles, was sie je gelesen oder gesehen. Ga'rama seinerseits sank jeden Tag tiefer in ihr Herz ein wie in einen herrlichen Morast. Auch in der Macht verflochten sich ihre Wesen, denn beide, Serena und Ga'rama waren empfänglich für die Macht. Dann begann der Krieg … und die Jedi waren bald auf der Suche nach Mitstreitern für ihre Sache. Der Tag, an dem Serena Aule Ga'rama ihre Entscheidung verkündete, die ihr gegebene Macht dem Leben eines Jedi zu widmen, hätte genausogut sein Todestag sein können, denn alles, was ihm im Leben wirklich etwas bedeutet hatte – und Serena Aule war ihm all dies geworden – wurde ihm an diesem Tage aus dem Fleisch gerissen. Als sie ihn verließ – lächelnd und zuversichtlich – war ihm, als stürze er. Die Welt hinter seinem Rücken wurde von einem großen Verhängnis verschlungen, das ihm schwindelig wurde und knisternd und krachend fiel er innerlich in Scherben, während er sie davongehen sah. Erneut war alles, was er sich unter Schönheit vorstellte zu Bruch gegangen. Erneut war sie nicht ewig geblieben. Die Illusion von er ewigen Liebe, die sich so warm und schön anfühlte, war ihm entrissen worden.

    Letztendlich wandte er sich der anderen Seite des Krieges, dem Imperium, zu. Seine Beweggründe zu dieser Entscheidung verstand er selbst er später, als er allein war. Seine Geliebte war ihm von den Repräsentanten der Republik genommen worden. Rache beeinflusste seine Entscheidung, gleichwohl sein Wesen zuvor fried- und verständnisvoll gewesen. Wie sich herausstellte war er selbst ebenfalls empfindsam für die Macht. Seine Professur in der Mineralogie kam den Werbern sehr zu pass und sie zwangen ihn, sich zum Sith ausbilden zu lassen. Dromund Kaas war der Ort, der seinen in Stücke gegangenen Geist über kommende Jahre formen und martern sollte und sein Überleben war letztendlich nur für wenige eine Überraschung, waren es doch Verzweiflung und Todesmut, die ihn antrieben. Den Sith von damals verdankte Ga'rama auch seinen neuen Namen - „Gram Tazaan“ - denn keinem von ihnen gelang es, seinen wirklichen Namen richtig auszusprechen. Zunächst gefiel es ihm nicht, seinen Namen von Fremden beschneiden zu lassen, doch als er durch Nachforschungen erfuhr, was die Bedeutung seines neuen Vornamens war … „bittere Trauer“, behielt er ihn. Als Mahnmal wollte er ihn behalten für den Verlust, den die Jedi – ja, er machte sie für seinen Verlust verantwortlich – ihm zugefügt hatten.

    Gleichwohl es ihm zum Lord fehlte – sein Ehrgeiz und seine Kraft wurden dahingehend richtig eingeschätzt – wurde er mit Bravur aufgenommen. Und als er beantragte, nach Ilum versetzt zu werden, um dort Forschungen zum Zwecke der Herstellung stärkerer Fokuskristalle anzustellen wurde ihm diese Bitte nicht versagt, erwartete man doch Großes von diesem aufstrebenden Gelehrten, der Scharfsinn, Logik, Gnadenlosigkeit, Konsequenz und die nötige Portion Schweigen in seine Aufgaben einbrachte.


    Die Zeit zeigte, dass es den imperialen Forschungsinstanzen durch irgendeinen bürokratischen Doppelknoten gelang, Gram Tazaan den imperialen Gelehrten für Mineralogie, auf Ilum zu vergessen. Sieben Jahre sollte er dort verbringen, bis ihn jemand von dort fortholte; in absoluter Kälte, Einsamkeit und mit seinen Gedanken und seiner Stimme allein. In den ersten Wochen störte es ihn nicht, dass das Imperium nichts von sich hören ließ, nahm er doch an es gehöre sich so. Doch als die Wochen vergingen dämmerte ihm, dass er verstoßen worden war. Zuerst suchte er nach einem Grund für seine Einsamkeit. Und einem Weg zurück. Doch sein Ehrgeiz und sein Hunger hatten seine Orientierung getrübt und die eisigen Ebenen mit ihren spitzen, weißen Zähnen und dem dunklen leeren Sternenhimmel über ihm hatten ihn gepackt und verschluckt. Gram auf Ilum


    Als ihm klar wurde, dass es keinen Weg zur Flucht gab, der gleichzeitig garantierte, dass er am Leben blieb, wurden seine Studien der Kristalle in den Höhlen Ilums geradezu persönlich. Sie waren das einzige um ihn her außer Eis und kaltem Wind und er widmete sich seinem Leben als einsiedlerischer Forscher mit noch größerem Eifer im Versuch, eben diese Einsamkeit zu vergessen und alle Gedanken an das, was er verloren hatte, zu unterdrücken. Die strahlend weißen Adega-Pontiten um ihn her ließen seinen Hass auf alle Jedi und das Imperium, das ihn hatte sitzen lassen rasch verebben, denn diese Steine hatten es an sich, Fleisch und Gemüt zu kühlen. Zuerst widerstrebte er der Kälte. Er nahm sich das Fell unnennbarer Kreaturen und wickelte die Teile seiner brennenden Haut, für die ihm Fell fehlte, in die Stofffetzen seiner einstmaligen Kleidung.


    Die Veränderungen kamen langsam, über Monate. Zweifel an der Kontinuität des Imperiums. Mit ihnen wurden die stahlharten Indoktrinationen der Sith bei jedem Schritt den er tat weicher. Alles, was er vorher an Regeln, an Gesetzen und Selbstverständlichkeiten kannte wurde schwammig und bald vage und immer weniger erinnerte er sich den strickten Gesetzen und Philosophien der Sith von Dromund Kaas. Stattdessen sann er nach … über sich selbst, Serena Aule, die Schönheit um ihn her, die Macht und ihre Beziehung zu den Kristallen um sich. Bilder und Worte von Geschichten stahlen sich – gedeckt von der eisigen Stille – in sein Träumen und Wachen. Dies alles geschah in den ersten paar Monaten seiner Zeit auf Ilum und zog sich hin, selbst als er begann, die Stille um sich her als Gesang wahrzunehmen.

    Die ständige, schweigende Anwesenheit der eiskalten Kristalle um ihn her grub sich nach und nach tief in sein Herz. Ihr stetiges, kühles Wesen bohrte sich in alle seine Poren hinein und über lange Monate hinweg verwandelte sich seine brennende Liebe für Serena Aule in etwas brennend Kaltes. Kalt wie die Einsamkeit, kalt wie die Verzweiflung, kalt wie die Wut, kalt wie die Bitterkeit die er empfand, als sie ihm den Rücken kehrte, um den Jedi und ihrer Republik zu dienen. Gnadenlos kalt … wie die Liebe. Doch nur er selbst kann zweifelsfrei erklären, wie das Labyrinth in seinem Herzen entstand und warum es aus Eis besteht … ferner, wie es möglich war, dass die Eiseskälte seines Herzens sich auf seinen Körper übertrug, sodass ihm stetig eine kühle Brise folgte.

    Nur eines war sicher: Kein Wesen würde jemals wieder ohne weiteres einen Weg in seine Herz finden, dass sich tief in dem Labyrinth aus Eiskristallen befand und gleichzeitig das ganze Labyrinth war. Gleichzeitig liebte er alle Schönheit um sich her auf seine eigene Art aus seiner sicheren Festung heraus. Und in seinen Augen war alles schön …


    Bevor der nächste Abschnitt seines Lebens beschrieben werden soll, muss noch eine Sache angefügt werden, die für seine Professur und seine charakterliche Entwicklung von entscheidender Bedeutung war. Gram war dem Schein und der Kälte der Adega-Pontiten um ihn her schutzlos ausgesetzt. Für sieben Jahre. Er wurde so kalt und hart und manchmal sogar so unbeweglich wie sie und trug einen der ihren in seinem Schwert. Manchmal war es nur sein Kopf, in dem es sich für Tage regte. Was wundert es also, wenn er mit der Zeit begann, die Klänge zu hören, die erzeugt werden, wenn die Macht durch diese Kristalle floss? Denn machtempfindliche Kristalle sind – so sagt er stets – nur die Flöten, auf denen die Macht mit ihrem Wind spielt, wenn sie in sie hineinfährt wie durch ein Sieb. Und er begann nach gewisser Zeit, dieses Flötenspiel wahrzunehmen. Die Kristalle entwickelten für ihn Stimmen, mit denen sie sangen. Es war kein akustisches Hören, auch keine übersinnliche Machtbegabung seinerseits. Sondern wie unspürbarer Wind, etwas hauchzartes, wie eine Musik, mehr in der Macht als im akustisch hörbaren Bereich. Fortan sprachen alle Kristalle, denen er begegnete – ob in Schwertern oder sonst einer Form – mit Gesängen zu ihm und hörten seine Stimme, wenn er sprach.


    << Jedi sind taube Narren. Sie glauben, wenn sie ihre Kristalle mit Hilfe der Macht suchen, würde diese sie zu ihnen führen. Und wenn sie dann einen gefunden haben, sagen sie „der Kristall harmoniert mit mir“. Tumbes Pack! Sie können nicht hören, dass es der Gesang des Kristalles ist, der ihrem Unterbewusstsein wohl klingt. Dieser Wohlklang ist es, der sie anzieht! Nicht die Macht, von der sie glauben, sie führt sie! >>


    -- Gram


    Gram hat sich in dieser Zeit zum Schutzes seines Gesichtes vor Eis und Blicken eine Maske mit Kopfschutz und Federschmuck angefertigt. Er war nicht völlig bei Bewusstsein, als er das tat und die fertige Maske spiegelte die Kälte und gleichzeitig die schrecklichen und schönen Gedanken in seinem Kopf wider. Die Muster darauf deuteten scheußliche Bilder und Gedankengänge an, die jedem schwachen Geist, der sie sah, Unbehagen und eine unbestimmte, nagende Furcht eintrugen.

    Gram gefiel diese Wirkung, die er zum ersten Mal bei einem Jedi-Padawan bemerkte, der in dieser Höhle seinen Kristall suchen sollte. Dieser wurde seiner gewahr und taumelte bei seinem Anblick zurück. Doch er floh nicht, als Gram wieder verschwunden war, um den Gast weiter zu beobachten. Als der Padawan befand, dass der Fremde ihm nichts zuleide tun würde, begann er, fahrig und deutlich weniger konzentriert als vorher in den Formationen nach dem Kristall zu suchen, den ihm die Macht zeigen würde. Diese Suche endete – sehr zu Grams Belustigung – damit, dass der junge Jedi ausrutschte, während er sich über eine scharfkantige, hellgelbe Formation von Kristallen beugte und sich selbst auf einen großen, dünnen, stabförmigen Kristall pfählte. Das Blut dieses Jedi ist in die Färbung des Kristalles übergegangen und in seinen Nährboden eingedrungen und die Formation steht noch immer an ihrem Platz, von Knochen umgeben. Sie ist jetzt orange und trägt einen mächtigen, böswilligen Gesang vor, wann immer sich jemand nähert.


    3 Kapitel III

    Die Neigung, den Gesang von Kristallen zu hören irritiert die beiden in Erinnerung bleibenden Gäste sehr, die ihn nach knapp sieben Jahren in dieser Höhle fanden. Freilich, es hatte bereits vorher vor allem Jedi in diese Eishöhle gezogen. Doch diese hier, diese waren Sith. Zwei Twi'lek, eine Lethan und eine Rutian, bahnten sich ihren Weg durch scharfe, helle Höhlenwände und dein von Eisstaub bedeckten Boden. Die Höhle, in der Gram sich verborgen hielt war groß und weitläufig, daher erwartete er nicht, dass sie ihn in seinem Versteck entdecken würden. Doch er zeigte sich ihnen, als die Rutian, die sich von ihrer Begleiterin „Arruna“ rufen ließ, einen Kristall aus einer Formation pflückte und einsteckte und forderte lautstark, sie solle ihn wieder an seinen Platz zurückbringen, da dieser ihm unerträglich die Ohren „vollplärre“. Sie weigerte sich natürlich und ein Schlagabtausch war die Folge, bei dem sicherlich sowohl Kristallstrukturen als auch die Anwesenden zu Schaden gekommen wären. Die Lethan, „Feli'shyâ Antares“ wie sie sich vorstellte, wurde aufgrund seiner Reaktionen aufmerksam und lud Gram ein, ihr zu folgen, wenn sie den Planeten verließe. Gram folgte ihr. Er kannte jedes Mantra jedes einzelnen Kristalles auswendig und jeden Winkel der Höhle konnte er im Schlaf erreichen. Nichts hielt ihn mehr dort und er war froh, halbwegs von Ruhe umgeben zu sein, als er den beiden Twi'lek auf ihr Schiff folgte.


    Gram Tazaan trat ein paar Monate später wieder in Erscheinung; zuerst auf Alderaan. Dort veröffentlichte er einen Roman, auf den – aufgrund der Beliebtheit seines Werkes – in kurzer Zeit mehrere weitere folgten. Das Material für die Handlungen dieser Romane hatte sich in den sieben Jahren seiner Einsamkeit in seinem Kopf eingefunden und es sprudelte jetzt nur so aus ihm hervor. Er erfreute sich unter dem Autoren-Namen „Gram Tazaan“ auf Alderaan wachsender Popularität und Beliebtheit. Ferner wurde der Name „Gram“ bekannt in den Kreisen der imperialen Gelehrten, die Rat und Tat in Fragen der Kristalle und kristallinen Mineralien brauchten. Doch dieser Name war getrennt von dem Namen, den man in der lesenden Öffentlichkeit kannte und er ist stets erpicht darauf, dass keine dieser Welten von der Existenz der anderen erfährt.

    Später tauchte Gram Tazaan auf Nar Shaddaa wieder auf. Der erste Abend, an dem er gesehen wurde, blieb ihm lange in amüsanter Erinnerung, denn er hatte eine besondere Begegnung, zufälligerweise wieder mit einer Dame der Twi'lek-Rasse: Ann'vida, eine Rutian, erbot ihm eine Führung durch die unteren Ebenen. Die Führung schlug allerdings nach nur ein paar Minuten in einen Überfall um. Die Twi'lek war selbst erstaunt, dass es überhaupt funktioniert hatte und zeigte sich nicht geneigt, dem Autor ein Leid anzutun. Sie wollte nur seinen Besitz. Gram sah seine Chance, griff danach und tauschte seinen Creditstick gegen die Beantwortung zweier Fragen, die er lächelnd und höflich, aber bestimmt an die Twi'lek richtete.

    „Ich plane, die Promenade wieder zu besuchen. Dir ist klar, dass jedes Mal, wenn wir einander sehen werden, dir dieser Moment in Erinnerung gerufen werden wird?“ Diese Frage verblüffte die junge Diebin, jedoch nur kurz und bei weitem nicht mehr als die darauf folgende Frage, welche lautete: „Beschreibe mir, wie es sich anfühlt, Lekku zu haben. Wie fühlt es sich an?“ Das junge Mädchen konnte ihre Überraschung über eine – ihrer Meinung nach – so verrückte Frage nicht verhehlen und war – zu Grams Unmut – nicht in der Lage, ihm eine zufriedenstellende Antwort zu geben. Nach getanem Handel gingen beide ihres Weges. Gram sah Ann'vida später immer mal wieder und begegnete ihr genauso freundlich wie beim ersten Male. Und er hörte lange Zeit nicht auf, auf der Promenade zu flanieren und sogar das Spicy Den zu frequentieren.


    Nar Shaddaa war eine ganze Weile lang Grams Aufenthaltsort und auch während der Zeit, wo er in Kontakt mit den Wächtern der Dunkelheit – einer obskuren Gruppe von Sith, die sich der Erhaltung und dem Sieg des Imperiums, ferner der Jagd nach den geheimsten und gefährlichsten Schätzen der Sith verschrieben hatte – stand, kehrte er immer wieder dorthin zurück. Verschiedene Bekannt- und Freundschaften zogen ihn immer wieder dorthin, unter anderem zu eine Mann namens Jin'kaza Kazama und „Cas“ Cassir. Zu diesen beiden pflegte und pflegt er noch immer eine fast brüderliche Kameradschaft und nur sie beide wissen von seiner zweiten Identität als dunkler Jedi.


    Doch vor allem und am höchsten sang sein Herz für eine junge Sanitäterin, die er eines Abends im Slice'n'Dice traf. Sie hielt sich bereits halb im Schlaf an einer Caf-Tasse fest und das erste Geschenk, das sie ihm machte, war ein müdes Lächeln. Ihr allein war es nach Jahren gelungen, einen Weg in sein Herz zu finden und all die wunderbaren Stunden aufzuzählen, die sie in Wärme miteinander verbrachten würde den Zauber aus all den Momenten ziehen, in denen sie – einander nur in die Augen sehend – beieinander waren, schweigend und völlig im Herzen des anderen aufgehend. Gram schenkte ihr viele Bilder, die er ihr durch vorgetragene Gedichte in die Fantasie malte und sogar Träume, wenn sie – den Kopf auf seinen Schoß gebettet – schlief und er, Bilder flüsternd und Schmelzwasser auf den Wangen, seine Hand auf sie legte. Die Zeit, die Bea und Gram zusammen verbrachten rechnet er zu den höchsten Stunden seines Lebens, auch wenn diese ihn nur zu gut an seine Zeit mit Serena Aule erinnerten. Gerade darin fand er den delikaten, süßen Schmerz der Liebe wieder empfunden und mit allen Kräften, die Herz, Verstand und Körper aufbringen konnten rang er um jeden Moment, den er mit ihr verbringen konnte; schweigend, flüsternd, weinend, küssend und in einander hineinsehend.


    4 Kapitel IV

    Dieses Kapitel ist noch nicht abgeschlossen. Es beginnt damit, dass er seine Künste einer Sith-Lady namens Shyran Ay'daar erbot, die ihn ersuchte, eine Replikation des im selben Grade verschollenen wie begehrten „Herz des Graush“ anzufertigen. Wofür, das wusste er nicht, doch sein Ehrgeiz wurde an dieser Herausforderung geweckt. Es war ungefähr zu der Zeit, da sein Herz von der Sanitäterin Bea überquoll. Von seinem Versagen, das Herz zu schaffen, von einem Abschied und einem Wiedersehen, von Misstrauen, Einsamkeit, Liebe und Kälte soll hier noch berichtet werden …